Die Mikwe von Chemnitz
Zentraler Bestandteil der Ausstellung ist das kolorierte 3D-Modell der Chemnitzer Mikwe im Maßstab 1:10, angefertigt vom Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA). Es wird flankiert von Informationen zur Auffindesituation, zu den Konservierungsmaßnahmen und zum rituellen Gebrauch solcher Tauchbäder im Judentum.
Der Fund der Chemnitzer Mikwe ist so außergewöhnlich, da er der erste Nachweis ist, dass es bereits im 18. Jahrhundert jüdisches Leben in Chemnitz gab. Und das ist nicht selbstverständlich, denn die Ansiedlung von Jüdinnen und Juden war in Sachsen zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert, mit wenigen Ausnahmen für Leipzig und Dresden, verboten.
Jüdisches Leben in Sachsen
Die ältesten Spuren von Jüdinnen und Juden stammen aus dem 11. Jahrhundert aus Meißen. Hier gab es eine jüdische Gemeinde mit Synagoge und jüdischem Friedhof. Weitere frühe Ansiedlungen sind in Freiberg, Torgau, Zwickau, Görlitz, Leipzig und Dresden belegt.
1349 wurde im Zuge der Pestpogrome die gesamte jüdische Bevölkerung in Sachsen (und weit darüber hinaus) ermordet und vertrieben. Friedhöfe, Gebäude und Besitz gingen an die Städte und deren Bevölkerung über. Ein Ansiedlungsverbot für Jüdinnen und Juden wurde ausgesprochen und infolgedessen kam es zum Erliegen jüdischen Lebens. Erst ab 1868 war es Jüdinnen und Juden wieder möglich in Sachsen heimisch zu werden und ihren Glauben offen auszuleben.
Frühe jüdische Funde in Sachsen
Das smac nutzt anlässlich der Mikwe-Ausstellung die Gelegenheit, weitere frühe Funde mit Bezügen zum jüdischen Glauben zusammenzutragen. Sie stammen aus dem 14. bis 18. Jahrhundert, also aus jener Zeit, in der Jüdinnen und Juden die Ansiedlung in Sachsen verboten war.
Eintritt frei
Geöffnet: Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 20 Uhr
Geschlossen: 24./25./31.12. und 1.1.
