Nach expressionistischen, futuristischen und dadaistischen Anfängen erfährt das künstlerische Werk von Otto Dix um 1921 eine deutliche formale Beruhigung. Er entwickelt einen eigenständigen, kritischen Realismus, der altmeisterliche Maltechniken mit scharfer Gesellschaftsanalyse verbindet, und wird zu einem der zentralen Protagonisten der Neuen Sachlichkeit. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wird Dix als erster deutscher Künstler aus seiner Professur an der Dresdner Akademie entlassen. Gemeinsam mit seiner Familie zieht er sich nach Hemmenhofen am Bodensee zurück und lebt dort in einer Form der inneren Emigration.
Der Verlust der Großstadt als bislang wichtigste Inspirationsquelle führt zu einer verstärkten Hinwendung zur Landschaftsmalerei. In aufwendiger Lasurtechnik, angelehnt an die altdeutsche Tafelmalerei, entstehen im Atelier komponierte Bilder, in denen Dix mithilfe bedrohlich wirkender Naturmotive das politische Zeitgeschehen reflektiert – zwischen Rückzug, Abgrenzung und Anpassung.
Parallel dazu zeigt das Museum Gunzenhauser seit dem 28. Januar 2026 eine Auswahl aus seinem Bestand an Plastiken und Skulpturen. Obwohl diese Gattung nicht im Zentrum von Alfred Gunzenhausers Sammeltätigkeit stand, umfasst die Sammlung bemerkenswerte Einzelwerke, darunter Pierre Bonnards Aus dem Meer emporsteigendes Pferd, Franz von Stucks Siegfried sowie Renée Sintenis’ Der Boxer Erich Brandl.
