Das Alte Jagdschloss Wermsdorf ist ein eindrucksvolles Renaissance-Schloss aus dem 17. Jahrhundert.
Drei unregelmäßige Flügel umschließen den Hof. Zahlreiche Giebel beleben die Fassaden, während ein kunstvoll gestalteter Erker mit Sandsteinarbeiten eine besondere Zierde ist. Ein achteckiger Treppenturm mit Laterne und geschweifter Haube trennt die beiden Hauptflügel.
Von 1626 bis 1628 diente das Gebäude als kurfürstliches Jagdschloss. Die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges unterbrachen diese Nutzung jedoch bis 1685. Von da an wurde das Schloss unter Kurfürst Johann Georg III. wieder als Jagdsitz genutzt. 1696 übergab Kurfürst August der Starke seinem Statthalter, Egon Fürst von Fürstenberg, das Schloss mit dem Auftrag, die hiesigen Wälder für die Parforcejagd (= Hetzjagd) einzurichten. Nach Fürstenbergs Tod 1716 übernahm August der Starke das Anwesen und ließ es für den Kurprinzen weiter ausbauen. Mit dem Bau der Hubertusburg verlor das Alte Jagdschloss jedoch an Bedeutung und wurde fortan als Gästehaus und Wohnsitz für Bedienstete genutzt.
1873 ließ der sächsische König das Schloss wieder für seine Hofjagden einrichten. Bis 1918 blieb es königlicher Jagdsitz. Nach der Fürstenenteignung wurde die gesamte Einrichtung nach Moritzburg gebracht oder versteigert. Die Räume dienten anschließend als Wohnungen und Verwaltungsräume.
Heute beherbergt das Alte Jagdschloss neben der Gemeindeverwaltung auch die Tourist-Information Wermsdorf, ein kulturelles Begegnungszentrum, das Standesamt sowie den örtlichen Polizeiposten. Führungen sind auf Anfrage möglich.
